In unserer Studie haben wir untersucht, ob die Selenkonzentration als wertvoller Marker für die Früherkennung von Krebserkrankungen bei einer Gruppe von Personen mit CHEK2-Mutationen und bei nicht ausgewählten Patienten verwendet werden kann. Wir haben einen sehr signifikanten Zusammenhang zwischen einer höheren Selenkonzentration und einer geringeren Wahrscheinlichkeit der Krebserkennung in den getesteten Gruppen festgestellt. Diese Beobachtung ist besonders wertvoll für Personen mit einer CHEK2-Mutation, die ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Wir haben auch einige Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen rs1139793 in TXNDR2 und rs5845 in SEP15 mit dem Krebsrisiko bei CHEK2-Trägern gefunden, was für die Bestimmung der persönlichen Risikoeinschätzung nützlich sein könnte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Selenkonzentration im Serum ein wertvoller Marker für die Auswahl von Personen für Vorsorgeuntersuchungen wie Computertomographie oder Koloskopie zur Erkennung der frühesten Stadien von Bronchialkrebs und Darmkrebs zu sein scheint. Sie sollte auch im Vorsorgeprogramm für Personen mit nachgewiesener CHEK2-Mutation berücksichtigt werden. Weitere Analysen sind erforderlich, um die Rolle von Variationen in Selenoprotein-Genen für das Krebsrisiko bei CHEK2-Trägern aufzuklären.