Die Kulturmanagerin Dr. Iris Rozwora erforscht die Einsatzmöglichkeiten der gemeinnützigen Aktiengesellschaften innerhalb der Zivilgesellschaft und zeigt ihre bisher wenig beachteten Potenziale für die praktische Anwendung auf.
"""Als eher untypisch f�r die Organisation zivilgesellschaftlichen Engagements gilt bislang die gemeinn�tzige Aktiengesellschaft. Dabei verf�gt sie �ber besondere Potenziale, durch die Ausgabe von Aktien bei Gr�ndung und sp�teren Kapitalerh�hungen Mittel zu gewinnen und die Teilhabe von F�rderern zu institutionalisieren. Im Unterschied zu anderen Rechtsformen wird eine freiere Gestaltung aber durch den aktienrechtlichen Grundsatz der Satzungsstrenge behindert. Es ist der Verdienst von Iris Rozwara, in ihrer Dresdner Dissertation das Ph�nomen mit Methoden theoretischer und empirischer Analyse systematisch erfasst zu haben. Dazu hat sie die gemeinn�tzigen Aktiengesellschaften bundesweit erfasst und 59 von ihnen namentlich aufgelistet, darunter die bereits im Jahre 1900 gegr�ndete zoologischer Garten Berlin AG, gut.arg [vgl. Breidenbach/Mecking, S&S 4/2013, S. 6-8], PHINEO [vgl. Rickert/Mecking, S&S 1/2018, S. 6-8] oder die Kreuzberger Kinderstiftung [vgl. Ackermann/Mecking, S&S 3/2019, S. 6-8]. Auf der Grundlage dieser Bestandsaufnahme und der Sonderposition im intersektoralen Spannungsfeld zwischen Zivilgesellschaft und Markt hat die Autorin untersucht, ob die gAG als zivilgesellschaftliche Organisationen geeignet ist und strukturelle Vorteile vermittelt, die den administrativen Mehraufwand rechtfertigen. Analysiert wurden dabei insbesondere vier ""Kernpotenziale"". Gest�tzt durch umfassende statistische Auswertungen (S. 287-386) wird im Ergebnis deutlich, dass die wirtschaftstypischen Potenziale Transparenz und Professionalisierung deutlicher zum Ausdruck kommen als die zivilgesellschaftstypisch betonte Partizipation und das Fundraising. Angesichts geringer Fallzahlen und sehr individueller Gestaltungen ist diese Aussage in ihrer wertenden Kraft begrenzt. Der Autorin ist gleichwohl zuzustimmen, wenn sie die Haltung der Anteileigner der gAG betont und zusammenfassend festh�lt ""dass die gemeinn�tzige Aktiengesellschaft durch ihren vielschichtigen Aufbau in ihrer Funktion als, Schnittmengen-Produzent' Divergenzen �berwindet und Legitimationsprozesse innerhalb der Zivilgesellschaft ansto�en kann"". Stiftung & Sponsoring, 06.23, Seite 41"